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| Dari Damals & Heute – Geschichte, Neuzeit Past & Present |
Jamhuriat
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| Damals & Heute – Geschichte, Neuzeit | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Die Anfänge | |||||||||||||||||||||||
Die
geistige Mutter des heutigen Lycée Jamhuriat ist Marguerite
Breshna. 1930 reiste sie als ganz junge Frau mit ihrem Mann ein
Jahr lang über Russland nach Afghanistan. 1938 begann sie
mit dem Kunstunterricht, später Erdkundeunterricht an der
Maktab-e Masturat. Ab 1939 lehrte sie Deutsch am Lycée Malalai.
Viele afghanische Mädchen waren ihre begeisterten Schülerinnen,
unter ihnen Simin Askar.
Simon-jon Askar gründete 1957 die Maktab-e Bilqis (nach einer Tochter des Königs Zaher Shah
benannt). Drei Lehrerinnen unterrichteten zunächst 99 Schülerinnen. |
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Von
1973 – 1979 leitete
Ruthild Meyer-Oehme die Deutsche Abteilung. Die Englischabteilung
wurde von kanadischen Lehrerinnen gefördert. Die damalige Schule begann mit Klassenstufe 7. Die Schülerinnen konnten zwischen Deutsch und Englisch als Fremdsprache wählen. Ab der Klasse 10 mussten sich die Mädchen zwischen der Ausbildung zur Sekretärin, zur Schneiderin, oder für Hauswirtschaft entscheiden. Mit dem Schulabschluss konnten die Absolventinnen an der afghanischen Hochschulaufnahmeprüfung für Jura, Wirtschaft, Erziehung, Literatur, Fremdsprachen, Pädagogik und Theologie teilnehmen. Da man in 6 Jahren eine Fremdsprache nicht ausreichend erlernen kann, waren die Fremdsprachenkenntnisse sehr gering. 1974 wurde die Bilqis-Schule in Lycée Jamhuriat umbenannt. Bald darauf kam eine Grundschule dazu, die Maktab-e Ainu. Danach konnte der Fremdsprachenunterricht in Klasse 5 beginnen. Für die Maktab-e Ainu musste ein neues Schulgebäude errichtet werden. Es wurde 1979 fertig, als bereits Qamar Yelda Karzai Direktorin war. Bald musste sie fliehen. Viele tapfere Frauen hielten den Unterricht während der Bürgerkriegswirren aufrecht. Krieg, Wind und Wetter begannen die Schulgebäude zu zerstören. Nach dem Einzug der Taliban wurde das Lycée Jamhuriat wie auch alle anderen Mädchenschulen für 6 Jahre geschlossen. Es wurde zum Taliban-Internat. „Back to school“. 2002 öffnete auch das Lycée Jamhuriat sein Tor wieder für Mädchen. Es war ein schwieriger Anfang. Im Nebengebäude gingen die jungen Männer der Darul Ulumne Arabi zur Schule. Jungen und Mädchen im selben Schulhof, das war nicht möglich. Die Eltern meldeten ihre Töchter nicht an und forderten, dass die Jungenschule so schnell wie möglich entfernt werden sollte. 12 Schülerinnen und 35 Lehrerinnen waren am 1. Schultag da. – Beinahe wäre das Lycée Jamhuriat gestorben. 2003 sind keine jungen Männer mehr auf dem Schulgelände. Das Lycée Jamnhuriat kann wieder gesunden und wachsen. Deutschland renoviert das alte Gebäude. Hämmern, Sägen, Malen – und daneben unterrichten – es ist nicht einfach. Aber es gelingt. |
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| Die Neuzeit | |||||||||||||||||||||||
In
den Jahren 2003, 2004 entsteht ein völlig anders Lycée Jamhuriat.
Das afghanische Erziehungsministerium, Abteilung für Berufsschulen,
zusammen mit der inzwischen alt gewordenen als ehrenamtliche Beraterin
tätigen Ruthild Meyer-Oehme schaffen einen neuen Schultyp: |
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| • Schulbeginn
mit Klasse 1 • 1. Fremdsprache Deutsch ab Klasse 4 • Computerunterricht ab Klasse 8 • 2. Fremdsprache Englisch ab Klasse 9 • ab Klasse 10 Spezialisierung für Management in Wirtschaft oder Verwaltung. |
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Besuchen
Sie uns! Die Zeit bleibt nicht stehen! Das Lycée Jamhuriat
hat sich weiter entwickelt. Im Winter 2004/2005 renoviert Hannsgeorg
Preuß das
2. Schulgebäude, in dem schon lange die Mädchen und kleinen
Buben der einzigen Mädchen-Madrassa Afghanistans, Bibi Aysha-e
Sediqa unterrichtet werden. Im Schuljahr 2005 werden Schulbusse angeheuert
(inzwischen sind es zehn), um interessierten Mädchen aus den
entfernten Vororten Kabuls den Schulbesuch in diesem Spezialgymnasium
zu ermöglichen.
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Impressionen
unseres Schulalltages |
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Der
deutsche private Förderverein, FAOK, den Frau Meyer-Oehme und
ihr Ehemann gegründet haben, baut (mit Hilfe von GTZ) eine Großküche
und ein Wächterhaus. In der Küche arbeitet ein Koch mit zwei
Helfern. Nach dem Mittagessen in der Kantine können die Mädchen
unter Aufsicht ihre Schulaufgaben erledigen. Diese Hausaufgabenbetreuung
am Nachmittag ist der Kern der ganzen Hilfsaktivität, da viele
Schülerinnen zu Hause keine Möglichkeit haben, für
die Schule zu arbeiten. |
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2006 startet der FAOK mit Hilfe der Europäischen Kommission ein neues
Projekt in der Oberstufe: “Educating Afghan Women for Management“.
Ruthild Meyer-Oehme übernimmt die Projektleitung. Für die Wirtschaftsfächer
wird durch Frau Inge Banauch (MBA), einer Spezialistin aus Deutschland, ein
neues Curriculum geschaffen. Die Fachlehrerinnen sollen
besser ausgebildet, der Unterricht modernisiert werden. |
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In Winterkursen vertiefen die Klassen
8 - 12 ihre Kenntnisse in Computer, Deutsch, Englisch noch zusätzlich.
In diesem Jahr hat das Lycée Jamhuriat mehr als 1000 Schülerinnen. Zu guter Ordnung und Disziplin ist noch ein weiter Weg. Ohne die Mithilfe der aus Deutschland wieder an ihre alte Schule gekommenen Beraterin, Qamar Yelda Karzai, wäre das Projekt, die ganze Arbeit am Lycée Jamhuriat nicht möglich. |
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Eine
Sprachexpertin des Oxford Institute of Modern Languages gibt besonders
qualifizierten Englischunterricht. Ein Computerspezialist fördert
die Computerlehrerinnen und die Schülerinnen. Die Schule verfügt
inzwischen über drei Computerräume mit fast 80 Computern. |
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Computerunterricht |
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Der
Kontakt zur afghanischen Wirtschaft wächst. Im Winter
2006/2007 fanden bereits zum 2. Mal Ferienpraktika
für die Schülerinnen
der 10., 11., und 12. Klassen in verschiedenen Firmen und Ministerien
statt.
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Firmenpraktikum
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| Die Zukunft | |||||||||||||||||||||||
| Vieles ist geschehen. Viel gibt es noch zu tun. | |||||||||||||||||||||||
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Der
Talar, die große theaterähnliche Halle, ist immer noch nicht
wieder hergerichtet. Gewaltige Risse in den Mauern bedeuten bei Erdbeben
allergrößte Gefahr. |
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Der
Erziehungsminister wünscht den Bau eines Wohnheims. Über dem
seit Jahren trockenen Stadtgraben wäre genügend Platz. Dann könnten
auch Schülerinnen aus den Provinzen ausgebildet werden. Und im Winter
könnten Lehrerinnenfortbildungen für Gäste aus dem ganzen
Land stattfinden. |
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Die
Schule braucht junge, dynamische, gut ausgebildete Lehrerinnen. Die Fachkräfte
der Deutschabteilung geben ein gutes Beispiel. |
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Das
am 21.06.2007 beendete Projekt der Europäischen Kommission muss dann
weitgehend vom afghanischen Staat fortgeführt werden. |
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Das
Lycée Jamhuriat, das einzige Wirtschaftgymnasium für Mädchen
des Landes ist eine Pilotschule. Es müsste dringend wenigstens für
einige Jahre vom Ausland besondere Förderung erhalten. |
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